Rückblick 2020

Das Jahr 2020 ist zu Ende gegangen- Zeit um Bilanz zu ziehen:
Im Januar erste Nachfrage einer Mitarbeiterin, ob wir genügend Mundschutz vorrätig hätten, da sich in China irgendetwas zusammenbraut. Leicht belächelnd und nach einer weiteren Erinnerung setzte ich mich mit unserem Lieferanten in Verbindung, was sich später als glücklich erweisen wird. Dieser sagte wörtlich, China kaufe alle Märkte weltweit leer, er habe nur noch exakt 1000 Masken, die wir eventuell bekommen könnten. Nach kurzer Überlegungszeit dachte ich: "Naja, die werden ja nicht schlecht, was soll's, ich nehme sie"(100 Stück war sonst immer unser normal benötigter Lagerbestand).
Es wurde Februar und dann kam der März und wir waren unglaublich froh, dass wir Masken und Desinfektionsmittel, zwar stark rationiert, aber überhaupt zur Verfügung hatten.
Pandemie- ja...während der Ausbildung vor 20 Jahren schon mal gehört und jetzt ist sie wahrhaftig hier, bei uns!? Und jetzt? Schnell wurde klar, dass wir keine große Hilfe erwarten können, da  niemand Pandemie-Erfahrungen hatte. Also nach gesundem Menschenverstand versuchen. Was wussten wir? Klar war: Das Virus wird uns erreichen, die Frage ist nur wann? Und noch viel wichtiger: Wie halten wir es auf?
Erste Maßnahmen:  Unsere Buchhaltung und die Abrechnung wurden ins Homeoffice geschickt. Aber was ist mit den  anderen Mitarbeitern? Wie können sie bestmöglich geschützt werden?

Wir hätten nun den Kopf in den Sand stecken oder aber uns dem Virus entgegenstellen können, soweit es uns möglich war. Wir haben uns für Letzteres entschieden und begannen, eine eigene Risikobewertung durchzuführen. Wir gingen schwerpunktmäßig davon aus, dass die Patienten vor uns  geschützt werden müssen. Die Schließung der Schulen im Lockdown hielt uns bei unseren Mitarbeitern mit Kindern den Rücken frei, da man sich vor allem Möglichen schützen kann, aber nicht vor seinen Kindern im eigenen häuslichen Umfeld! Was auch schnell klar wurde.

Jedoch kam alles anders;  das Virus kam im April nicht durch einen Mitarbeiter, sondern von Seiten einer Patientin, die wiederum aus einer anderen Einrichtung zurückkam, mit Virus im Gepäck. Nur durch den geistesgegenwärtigen Hinweis einer Angehörigen der Patientin wurden wir zum Glück rechtzeitig  informiert, so dass wir frühzeitig eine Ausbreitung innerhalb unseres Pflegedienstes erfolgreich verhindern konnten. Wir waren überglücklich, dass sich kein  Mitarbeiter und kein weiterer Patient angesteckt hat. Hier zeigte sich erstmals, dass ein konsequentes Tragen der Maske und eine ordentliche Händedesinfektion das Virus zurückhalten konnte. Es wurde Mai und die Patientin war auf dem Weg der Besserung. Die Infektionszahlen nahmen insgesamt langsam ab, es wurde Sommer. Entwarnung Fehlanzeige, vielleicht leichte Entspannung, aber wir blieben weiter auf der Hut. Jeder Verdacht war Chefsache und wurde der Leitung konsequent gemeldet. Schnelltests gab es zu der Zeit noch nicht, also alles per reinem Bauchgefühl.
Dank der Urlaubsrückkehrer-Tests kam wieder etwas mehr Sicherheit auf. Diese Vorgehensweise konnte eine positive getestete Mitarbeitern identifizieren  und wir konnten noch vor deren Arbeitsantritt nach den Ferien rechtzeitig reagieren.
Es war bis hierhin eine Meisterleistung der Einsatzplaner, die Mitarbeiter-Ausfälle und Patientenaufträge zu koordinieren, aber auch für jeden Einzelnen, die riesigen Umstände, die ein jeder Arbeitstag nun mit sich brachte, zu meistern, was bis heute andauert.
Auch dachten wir zwischendurch, es könne wieder etwas mehr Betriebsalltag aufkommen, in dem wir kleine Teammeetings und Schulungen durchführen, was den positiven Nebeneffekt gehabt hätte, dass mal wieder alle zusammenkommen und Gespräche nicht zwischen Tür und Angel geführt werden (müssen). Das wäre mir für meine Mitarbeiter sehr wichtig gewesen, doch leider musste ich diesen Plan recht schnell wieder aufgeben und dafür auf Online- Dienste zurückgreifen.
Im Laufe der Zeit kamen immer wieder neue Risikobewertungen auf und endlich, endlich kamen Ende Oktober die Schnelltests auf den Markt. Mit den Test konnten fiebernde Patienten erstmals von Coronapatienten unterschieden werden. Im November stiegen die Zahlen wieder, in den Schulen nahmen die Infektionen zu. Das hieß für uns, das Risiko erhöhte sich auf der Mitarbeiterseite mit Kindern sehr stark. Doch Gott sei Dank verfügten wir dieses Mal über eine hohe Schnelltestkapazität. Dennoch sehnten wir uns den Ferien entgegen. Mittlerweile wurden bei jedem Mitarbeiter wöchentlich Tests durchgeführt. Die Ferien wurden im Dezember vorgezogen.  Endlich! Doch Weihnachten stand vor der Tür. Neue Risikobewertungen. Das Risiko, das eben noch verstärkt bei den Mitarbeitern mit Kindern lag, liegt jetzt auf den Patienten. Jeder Besuch von Angehörigen erhöhte das Risiko des Einschleppens des Virus bei den Eltern oder Großeltern! Eine extreme Durchmischung, von der wir bis zum heutigen Tag nicht wissen, was dabei rauskommen wird...

Auch wenn die nächten  Monate noch einmal alles von uns abverlangen werden, hoffe ich, dass sich alle  trotz beginnender Impfung nach wie vor konsequent an die AHA- Regeln halten.
Ich danke jedem meiner Mitarbeiter, die in diesen schweren Zeiten immer "ihren Mann" standen und stehen und deren umsichtigen und verantwortungsvollen Verhalten es zu verdanken ist, dass wir bisher keinen Ausbruch auf Seiten der Belegschaft verzeichnen mussten!
Ich wünsche allen einen guten Start im neuen und hoffentlich besseren Jahr 2021, bleibt gesund!
Euer Gernot Bäumler

Pflegegrad 1-5

(208,- € Entlastungsleistung bei Pflegegrad 5 steht nur Pflegegraden vor 2017 als Bestandsschutz zu Verfügung)

Der Bedarf nach einer anschließend benötigten Häuslichen Krankenpflege wird meist während eines Krankenhausaufenthalts deutlich. Unsere Beratung beginnt daher auch direkt vor Ort, in dem wir uns mit der Institution in Verbindung setzen und bereits während Ihres dortigen Aufenthaltes nach ärztlicher Anordnung alles Notwendige (wie z.B. Bedarf eines Pflegebetts, Rollstuhls, Nachtstuhls, etc.) für eine ambulante Versorgung in Ihrem Zuhause mit Ihnen oder Ihren Angehörigen organisieren und sicherstellen.

Wir beraten Sie gern, wie Sie einen Pflegegrad (Pflegestufe) beantragen.

Auch bei der späteren Begutachtung durch den MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) zur Einstufung in eine der Pflegestufen, stehen wir Ihnen auf Wunsch beratend zur Seite.

 

Während der gesamten Pflegezeit durch unseren Pflegedienst erhalten pflegende Angehörige Tipps und Ratschläge zur Vereinfachung von pflegerischen Tätigkeiten und Handhabung von unterstützenden Pflegehilfsmitteln.

Unser Team berät Sie ebenfalls zu diversen Risiken wie z.B. dem Sturzrisiko, Dekubitusrisiko (Wundliegen), Schmerzrisiko, Kontrakturrisiko (Gelenkversteifung) und weiteren allgemeinen Risiken, die im Pflegealltag drohen können.

Gerne erstellen wir Ihnen auch einen sogenannten Beratungseinsatz (Pflegegutachten) für Ihre Pflegekasse, zum Nachweis der gesicherten Pflege (wenn Sie keinen Pflegedienst in Anspruch nehmen möchten/müssen, und Sie als Angehöriger selbst die Pflege eines Verwandten übernehmen).
Bei folgenden Pflegegraden benötigen Sie regelmäßig ein sogenanten Beratungseinsatz (Pflegegutachten) zur Vorlage bei Ihrer Krankenkasse:

Pflegegrad 1 und 3 =  zweimal jährlich
Pflegegrad 4 und 5  = viermal jährlich

Die Leistungen für die Verhinderungspflege für Pflegebedürftige des Grades 2-5 betragen pro Jahr 1.612€ für einen maximalen Zeitraum von 42 Kalendertagen, der Übertrag von 50% der Kurzzeitpflege (806,- €) auf die Verhinderungspflege ist weiterhin ermöglich (2.418,-€)
Neu ist: Während des Zeitraumes einer Verhinderungspflege wird das Pflegegeld um 50% gekürzt, sofern die Verhinderungspflege weniger als oder genau 8 Stunden in einem Zeitraum von weniger als oder genau 2 Tagen in Anspruch genommen wird.
Bei der Kurzzeitpflege werden pro Jahr 1.612€ für maximal 56 Kalendertage erstattet. Eine Übertragung der Verhinderungspflege ist ebenfalls weiterhin möglich, wobei auch hier das Pflegegeld um 50% während der Kurzzeitpflege gekürzt wird.
Lediglich Personen mit Pflegegrad 1 können sich Kosten der Kurzzeitpflege nur über den Anspruch auf Entlastungsleistungen (§ 45b SGB XI) erstatten lassen, sofern das Budget hierfür ausreicht.

Der Zuschuss zu Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes § 40 Abs. 4 SGB XI wird auch künftig 4.000€ betragen. Leben mehrere Pflegebedürftige in der Wohnung, so ist der Gesamtzuschuss auf 16.000€ begrenzt. Der Leistungsanspruch gilt bereit ab Pflegegrad 1.

Hilfsmittel zum Verbrauch nach§ 40 Abs. 2 SGB XI (z.B. Handschuhe, Desinfektionsmittel etc.) werden ab Pflegegrad 1 in Höhe von monatliche 40 EUR gewährt.

Übergangspflege (SGB V Leistung der Krankenkasse) für Menschen ohne Pflegegrad z.B. nach einem plötzlichen Krankenhausaufenthalt -für einen Zeitraum von bis zu vier Wochen. Dies umfasst die Grundpflege, eine hauswirtschaftliche Versorgung im Rahmen der häuslichen Krankenpflege sowie Haushaltshilfe. Die Krankenkasse beteiligt sich an den Kosten für Pflege, Betreuung und Behandlungspflege oder Kurzzeitpflege bis zu einem Betrag von jährlich 1.612€.

Abschließend noch ein Hinweis für alle pflegenden Angehörigen:
Beiträge zur Rentenversicherung werden gezahlt, wenn ein Pflegegrad der zu pflegenden Person zwischen Stufe 2-5 vorliegt und der pflegende Angehörige wenigstens zehn Stunden wöchentlich, verteilt auf regelmäßig mindestens zwei Tage in der Woche pflegt und regelmäßig nicht mehr als 30 Stunden wöchentlich erwerbstätig ist. Neu ist, dass Pflegepersonen ab 2017 nach den Vorschriften des SGB III in der Arbeitslosenversicherung versichert werden können.
Weiterhin haben Arbeitnehmer (in Betrieben mit mehr als 15 Beschäftigten) die Möglichkeit, unbezahlte Pflegezeit bis zu 6 Monate zu nehmen, um einen nahen Angehörigen zu pflegen.

Besonders zu beachten gilt: Um eine der Leistungen in Anspruch nehmen zu können, muss erst ein Antrag bei der entsprechenden Pflege- oder Krankenkasse gestellt werden, der dann von selbiger genehmigt werden muss!

Weitere Informationen zu diesem komplexen Thema, sowie Hilfe und Unterstützung erhalten Sie bei uns oder Ihrer Pflege- bzw. Krankenkasse, unter
http://www.bmg.bund.de Bundesministerium für Gesundheit.

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